Knast

Das Deutsche Architekturmuseum hier in FFM hat die Ausstellung im alten Polizeigefängnis in der Klapperfeldstraße (quer zur Zeil, beim Gericht) bis 30. September verängert.
Es lohnt sich. Die Ausstellung heißt “Gewahrsam. Räume der Überwachung”.
Man sieht die Zellen, die Zimmer der Beamten, man sieht die Kaffeeflecken auf den Heizkörpern, die abblätternden Deckenfarbe, und man riecht es.
Eigentlich will man auch gar nicht so genau wissen, was in den einzelnen Zellen und Verhörzimmern passiert ist. Ich stand schon leicht abgeekelt und natürlich fasziniert davor.


Es ist eine Welt, in die man nicht gerne oder absichtlich eintauchen möchte. Sie soll ja auch nicht einladend sein. Genau deshalb ist es so faszinierend, denke ich.
Hier ist ein link mit mehr Informationen dazu. (Rechts im roten Bereich in “Ausstellungen” klicken und dann bis zum 5. Abschnitt runterscrollen.):
In einer der Warteräume oder Verhörzellen war auch eine Seitenausstellung zu Giovanni Battista Piranesis “Carceri”, einem sehr speziellen, wohl etwas irren, von mir hochgeschätzten Rennaissance “Grafiker”.
Man kann ihm fast nicht entgehen. In dem Schmöker von Steffen Kopetzky “Grand Tour - oder die Nacht der Großen Complication” zum Beispiel geht es nicht nur um die Sonnenfinsternis, Russinnen in Baden Baden, die erste mechanische Armbanduhr mit Jahrtausendanzeige und die Geheimnisse der europäischen Zugfahrpläne und Schlafwagenerlebnisse: Der “Hauptdarsteller” - im Nebenberuf Schlafwagenschaffner - ist eigentlich Architekturstudent und schreibt eine Arbeit über die möglichen “Fluchtwege aus Piranesis Carceri”.
Die würden mich sehr interessieren. Denn es gibt keine. Die 16 Radierungen seiner “imaginären Kerkerwelt” sind ohne Ausweg.

Dazu später einmal mehr. Ich bin etwas abgeschweift.

Zurück zum heimeligen Tee.

Bis demnächst.