September
Der September wird spannend.
Aus mindestens 2 Gründen.
Zum einen startet ein neuer Verlag seinen Weg durch den deutschen Büchermarkt. Zum anderen geht eine der wichtgsten “belletristischen” Buchreihen in neue Hände über.
Ich mach mal wieder Werbung: Der neue Verlag kommt aus der Frankfurter Lindenstraße und heißt “Verlag der Weltreligionen”. Frau Ulla Berkèwicz und ihr wissenschaftlicher Beirat haben eine Großtat vor sich, die in der schnellebigen Zeit ihresgleichen sucht. Aber immerhin: Es geht ja um die “letzten Dinge”.
Im September diesen Jahres startet also das Programm mit zunächst (!) 6 Quellentexten, 7 Einführungen und Monografien und 4 Taschenbüchern. Rund 80 Titel sind derzeit in Vorbereitung. Der zur Gründung des Verlages am 1. Juni 2007 erschienene “Almanach zur Eröffnung des Verlages der Weltreligionen” (sehr empfehlenswert: ein dicker Wälzer, fadengeheftet, mit Abbildungen für € 10,–) gibt jetzt schon eine Übersicht und Kurzeinführungen in die wichtigsten Publikationen bis Herbst 2013.

Man erkennt schon daran: Dem Verlagshaus ist es ernst.
Weil ich das nicht besser beschreiben kann als der Verlag selbst, gibt es hier nur einen Link, von dem aus alle Informationen erschließbar sind:
http://www.verlagderweltreligionen.de/
Das Spannende daran: Das Programm ist absolut “überkonfessionell” und bietet in vielen Richtungen überhaupt zum ersten mal Zugang zu den Urtexten in deutscher Übersetzung. Dass Frau Berkèwicz und das Haus Suhrkamp / Insel das Risiko dieses Mammutprojektes eingehen, ist erstaunlich und ermutigend. Und muss dringend unterstützt werden.
Zweites Ereignis: “Die Andere Bibliothek”, gegründet 1985 von Hans Magnus Enzensberger und Franz Greno, geht in andere Hände über.
Nicht, dass ich Klaus Harpprecht und Michael Naumann die Herausgeberschaft nicht zutrauen würde. Vielleicht werden sie meinen Geschmack sogar noch besser treffen als HME und sein Team, deren Auswahl zuweilen schon etwas seltsam war - - - aber dann doch wieder so großartige Überraschungen bot, dass man nur den Hut ziehen konnte (Sage nur: D’Arcy Wentworth Thompson “Über Wachstum und Form” von 1917).
Oder das hier: Ilya Tojanow, “Nomade auf 4 Kontinenten”, sein 2. Buch über den Abenteurer Sir Richard Burton, der letzte große Coup in der Buchreihe. In allen Kritiken als “opulentes” Werk über alle Himmel gelobt. Hat Goldschnitt, 2 Lesebändchen, ist in schwarz, grün und gold gedruckt, usw. (Franz Greno ist schon ein begnadeter Buchkünstler. Was macht der eigentlich ab September?)

Nein, um das geht es gar nicht. Vielmehr sind mir die beiden Herren zu seriös. Zu wichtig, zu konservativ. Ich glaube nicht, dass sie genügend Mut haben werden, die Spannung zu halten.
Aber ich werde es ja sehen. Habe ich übrigens schon damit angegeben, dass ich alle Bücher der Anderen Bibliothek besitze - bis auf eines davon Erstausgaben? Dann sei das hiermit geschehen.
Für alle, die sich informieren wollen, wie die Bücher demnächst aussehen, welche Titel kommen werden und wer die “Buchmacher” sind (Herausgeber und Gestalter) bitte diesem link folgen:
http://www.eichborn.de/_ab/ab_neu.asp
Genug des Anpreisens und skeptischen Beobachtens für heute. Wer eine Meinung dazu hat, schreibe bitte einen Kommentar. Ich liebe Feedback.