Heinerblog

5.8.2007

Frau W. und Herr M. / 1

Abgelegt unter: Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:42

Wenn sie gemeinsame Ausflüge unternahmen, war das für Herrn Mindernickel immer sowas wie Arbeit, Pflichterfüllung, eine Leistung, die zu erbringen und mit Anstrengung verbunden war.
Frau Weichbrodt konnte dieser Haltung nie etwas abgewinnen. Für sie war das In-der-Natur-Sein in erster Linie Erholung, Entspannung, Genuss, Naturbetrachtung, Kontemplation und Energiesammeln für die kommenden Wochen.

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Oft war er derjenige, der die “pace” vorgab und schnell ans Ziel wollte, während sie sich fragte “warum eigentlich?” und demonstrativ nur langsam hinterher kam. Ihn machte das ungehalten; sie fühlte sich dann zurückgelassen und vernachlässigt.

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Aber sie fanden immer wieder zueinander. Im Grunde hatten sie beide einen Heidenspass daran und machten sich eine gute Zeit daraus.

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Hin und wieder trafen sie auf freundliche, kratzige, schmutzsammelnde Lebewesen, wie z.B. die ordinären Steh- oder Liegebürsten. Die begleiteten sie dann netterweise ein Stück ihres Weges und unterhielten sie aufs köstlichste mit ihren schmutzigen Geschichten.

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(Wie kennen diese Viecher ja schon aus Mähchens Abenteuern.)

Frau Weichbrodt machte sich auf auch zuweilen alleine, wenn ihr Herr Mindernickel “auf der Arbeit” war - (sie wusste nie so richtig, was das bedeutete).

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Sie kam aber nicht immer nur in schöne Gegenden. Ganz entfernt, am äußersten Ende ihrer Wohnsiedlung war sie einmal versehentlich in der Nikotinabfall-Endlagerstätte gelandet.

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Da stank es ohne Ende. Sie wollte hier nicht bleiben, machte sich schnellstmöglich vom Acker und flüchtete zurück ins wohlige, vertraute Zuhause.

Man musste es ja auch nicht übertreiben.

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