Frau W. und Herr M. / 4
Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel gingen sehr gerne zusammen einkaufen.
Eigentlich betrachtete sie ihn beim Einkaufen eher als ein Hindernis (so würde sie das natürlich nie sagen), aber zum Schleppen der Taschen und Tüten war er sehr nützlich. Und beide hatten einen Riesenspass daran, einmal im Monat die gesammelten Rabattmärkchen der verschiedenen Handelsketten zusammen zu sammeln, zu sortieren und auf die betreffenden Karten aufzukleben.

Sie probierten immer mal wieder was Neues aus, zum Beispiel eine neue Zahncreme und unterwarfen sie härtesten Tests (Elastizität, etc.), bevor sie sich für sie oder gegen sie entschieden:


Und es war ihnen egal, wenn sie sich dabei ganz klebrig machten und einsauten. Das gehörte irgendwie immer dazu, wenn es etwas Neues auszuprobieren galt. Das war ja auch der Reiz daran. Wo gehobelt wird, da fallen eben Späne.
Sie ließen sich in den Warenhäusern gerne alles zeigen, und sie nahmen sich viel Zeit, probierten auch die aktuellsten Düfte aus:

Aber dann in der Lebensmittelabteilung: Dort konnte Herr Mindernickel sein gesamtes kulinarisches und gastronomisches Fachwissen demonstrieren. Das spürten oftmals auch die Verkäuferinnen und Angestellten in den Fleisch- und Gemüseabteilungen. Niemand konnte zum Beipspiel über die Fehler oder die Qualität der Champignons so wunderbar referieren wie Herr Mindernickel. Und Frau Weichbrodtlag ihm dabei zu Füßen vor Bewunderung.

Und auch beim brandheißen Thema Schokokeks (oder Prinzenrolle) konnte ihm keiner, auch nicht Frau Weichbrodt, das Wasser reichen.

Aber im Grunde interessierten sie die Kekse auch überhaupt nicht. Ihre Gedanken waren schon wieder wo ganz anders…
(Demnächst gibt es die Geschichte, wie Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel ein Auto kaufen. Nicht verpassen!)