Mowing Girl 6 / Stachelpilz
Wie sie aufgebrochen war, habe ich ja schon vor einigen Tagen berichtet. Ihr war es langweilig mit der Hausarbeit, hatte das notwendigste erledigt und machte sich wieder mal auf in die weite Welt.

Sie war auf der Suche nach dem Stachelpilz, der ungeahnte Heil- und Klebekräfte haben sollte, wenn man ihn kühl und trocken lagerte und man ihn dann richtig zubereitete. Dummerweise konnte er auch tödliche Folgen haben, wenn man bei der Zubereitung etwas falsch gemacht oder nicht alle Regeln befolgt hatte.

Sie musste an den Madagaskarstacheln vorbei und war heilfroh, dass sie sich heute so friedlich verhielten.

Und wirkllich, sehr versteckt fand sie ein Prachtexemplar des Stachelpilzes. Der hatte zwar gar keine Stacheln, seinen Namen hatte er aber daher, dass er ausschließlich in enger Symbiose und immer in der Nähe des Stachelmadagaskar vorkam.

Plötzlich hörte sie jemanden um Hilfe rufen. Eine weibliche Stimme, die sie irgendwoher kannte. Jedoch sah sie niemand, so angestrengt sie auch die Gegend und den Boden absuchte.

Dann entdeckte sie in einer Mulde etwas, das der Farbe nach nur das Kleid von Frau Weichbrodt sein konnte. Und tatsächlich. Moving Girl zog sie mit großer Mühe aus dem Loch, in das sie getürzt war und putzte sie erst einmal gründlich ab.

Frau Weichbrodt kam allmählich wieder zu sich und bedankte sich anständig und überschwenglich bei Mähchen für die Rettung “Was hätte ich bloß ohne Dich gemacht? Alleine wäre ich da nie mehr rausgekommen!”
Und dann fiel es ihr plötzlich wieder ein: Herr Mindernickel musste ja noch immer in der Palme stecken. Sie war zwar rechtzeitig mit einem beherzten Sprung nach rückwärts in die Tiefe der Umklammerung entkommen, aber er hatte die Gefahr zu spät erkannt. Ihn hatte die Pflanze mit ihren Stacheln nicht mehr losgelassen.
Sie machte sich auf, ihn zu retten. Koste es, was es wolle. Gegen alle Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellten oder sie zurückhalten wollten.

Von Ferne sah sie Herrn Mindernickel ganz unglücklich und völlig reglos in den Stacheln hängen. Ob sie ihn da jemals wieder lebend herausbekäme?

Frau Weichbrod rief Mähchen mit ihrer Rasenmähermaschine…

…und gemeinsam gingen sie mit vereinter Kraft der Killerpflanze an die Wurzeln.
Sie zwangen den Stachelmadagaskar, Herrn Mindernickel, der das alles mit ziemlicher Fassung ertrug, oder auch wie gelähmt über sich ergehen ließ, freizugeben. Frau Weichbrodt ging sogar soweit, dass sie selbst todesmutig noch einmal die Pflanze bestieg, sie in den Schwitzkasten nahm und sie mit ihrer Handtasche bearbeitete.

Schließlich hatten sie die Pflanze soweit gedemütigt und gequält, dass Herr Mindernickel befreit heruntersteigen konnte und erschöpft aber glücklich mit ihr Arm in Arm den Heimweg antreten konnte. Beide freuten sich auf eine schöne Tasse Tee zuhause. Solche Gefahren waren sie nicht mehr gewohnt. Das strengte sie mittlerweile ganz schön an.

Mähchen war unterdessen schon wieder weitergefahren. Sie hatte einen Date mt Joe und musste vorher noch dringend die Stachelpilz-Teile, die sie geerntet hatte, zuhause in das Gefrierfach legen.