Heinerblog

14.8.2007

Lully Charpentier Buxtehude

Abgelegt unter: Bücher, Platten, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:28

Heute ein kurzer und lobender Plattenhinweis.

3 CDs von Harmonia Mundi, die eine großartige Mid-Price Serie haben, die “musique d’abord” heißt und viel weniger “mid-pricig” daherkommt als die Reihen anderer Firmen.

Es sind Aufnahmen von 1980, 1985 und 1990, technisch durchweg ziemlich sauber aufgenommen.

Über die Interpreten kann man nur das beste sagen, wenn es nicht schon gesagt worden ist. René Jacobs leitet beim “Membra Jesu Nostri” das Concerto Vocale (ich glaube aus Gent), mit Andreas Scholl als Counter-Tenor, und sehr souveränem Chorauftritt.

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Buxtehude, geb. 1637 hat dieses Jahr 370sten Geburtstag und 300sten Todestag wenn ich das richtig rechne. Dafür hört man überraschend (und auch wohltuend) herzlich wenig von ihm. Er wird verständlicherweise nicht so aufdringlich begangen wie Mozart im letzten Jahr z.B.

Dafür weiß man aber, dass Buxtehude komponiert hat, was das Zeug hielt. Allein 120 Vokalwerke, die nur für Gottesdienste geschrieben wurden, stammen von ihm. Vieles aus seinem Werk ist noch nie für CD eingespielt worden. Vielleicht wird das ja demnächst (ich vertraue auf “the long tail”) wenigstens per iTunes oder anderer Plattformen dem geneigten Hörer zugänglich gemacht.

Nächstes: Les Arts Florissants singen und spielen 3 Oratorien von Marc-Antoine Charpentier, einem französischen Barocker, nur 3 Jahre älter als Buxtehude.

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Vor allem das “Filius Prodigus” fand ich hier ganz herausragend.

Alle CDs haben übrigens ein kleines Booklet mit kurzer Werkeinführung (in 2-3 Sprachen) und den kompletten Text. Den muss man sich bei vielen günstigen Angeboten heute ja aus dem Internet besorgen, und wer will das schon (ausdrucken, wohin damit…?)

Letze Empfehlung aus dem Weltklasse Musikverlag in Arles: 2 “grand motets” von Jean-Baptist Lully, noch einem Franzosen, geboren wiederum 2 Jahre vor Charpentier.

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Philippe Herreweghe ist so heftig gelobt worden (erst jetzt wieder mit seinen Bruckner Symphonien), dass ich das hier nicht auch noch machen muss. Chor und Orchester der “La Chapelle Royale” spielen sehr gut aufgelegt. Macht Spass zuzuhören. Vor allem, wenn man den alten Text im Ohr hat und die Art, wie z.B. Verdi mit dem “Dies Irae” umgeht. Man vermisst nicht das Donnergrollen und das “Wehgeschrei”. Das passt hier alles dramatisch sehr gut zusammen.

Zu Lully, den man als Ehrgeizling, Lebemann und Lüstling bezeichnet hat, und seinem Erben an der Pariser Oper, Jean-Philippe Rameau, muss ich noch das Buch ewähnen, das die musikalische Auseinandersetzung von damals (1730 ff) in Verbindung bringt mit den Unruhen in den Pariser Vorstädten 2003: Wolfgang Schlüter “Anmut und Gnade”, Die Andere Bibliothek Band 265, Frankfurt 2007 (Eichborn). Schönes Buch. Spannender Versuch. Wurde ausschließlich und hoch gelobt. Ich habe es auf dem Stapel. Wenn ich es fertig gelesen habe, schreibe ich hier etwas darüber. Versprochen.

Für heute ist es genug. Hier sind noch einmal alle CDs zusammen:

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Jaja, mit dem kleinen dicken Mönch, für den ich noch keinen Namen habe. Ich könnte ihn ja Pater oder Bruder Lully nennen, oder?

Jemand eine andere Idee?

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