Frau W. und Herr M. / 5
Frau Weichbrodt brauchte dringend wieder einen fahrbaren Untersatz. Seit ihrem Unfall vor 2 Jahren, als sie sich das Bein so schwer verletzte (die dicke Wade sieht man heute noch auf der rechten Seite), hatte sie aufs Selber-Fahren ganz verzichtet und sich nur von Bussen, Bahnen, Taxen und von Bekannten befördern lassen.
Sie schnappte sich Herrn Mindernickel und beide fingen bei der Landwirtschaftsausstellung an. Dort gab es günstig Traktoren zu erstehen. Sie bewunderten eine dieser großartigen John-Deere Wundermaschinen,…

… als Cable Joe vorbeikam, ihnen heftigst von einem so unpraktischen, großen Ding abriet und sie zu einem Automarkt ganz in der Nähe brachte.

Das erste Auto, von dem Frau Weichbrodt überwältigt war, war ein Cabrio ganz aus Holz, modernste Hybridtechnologie also. Es war ihr aber dann auch wieder etwas zu groß. Das Einsteigen allein fand sie ziemlich anstrengend - vor allem in ihrem engen Kostüm…

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Dann verliebte sie sich spontan in den VW Bus der Berliner Feuerwehr (”Da kann man prima Campingurlaub darin machen!”)

Herr Mindernickel vesuchte sie, von einem “vernünftigen” Gefährt zu überzeugen. Beispielsweise von dem ausrangierten, gelben Postkäfer (”Muss man nur Kopfstützen einbauen, dann ist der Eins A!”) oder dem sehr gepflegten THW Kübelwagen.


Den fand Frau Weichbrodt auch sehr stylisch, vor allem, weil es wieder ein “Convertible” war, in dem man sich im Sommer auf der Landstraße so elegant den Wind durch die Haare wehen lassen konnte (wenn man jemals diesen verdammten Haarfestiger aus den Haaren rausbekam…)
Cable Joe schaute kurz vorbei, ließ despektierliche Bemerkungen über so eine “alte Schüssel” fallen und machte sie auf ein ganz schnittig silbrig-modernes Teil aufmerksam, das “viel eher heutigen Sicherheitsanforderungen und Umweltschutzüberlegungen” genügen würde. Der alte Besserwisser. (Ausgerechnet er mit seinem Quad!).

Von dem TT war Herr Mindernickel ganz von den Socken: Ein sportlicher Zweisitzer. Super.
Ganz unerwartet stolperte plötzlich ein schwarzer Hengst (Italian Stallion) auf den Platz und war nur schwer zu beruhigen.

Frau Mindernickel überlegte kurz, ob sie statt auf 4 Räder lieber auf 4 Hufe umsteigen sollte, um sich zukünftig per Pferd statt per Auto fortzubewegen. Aber sie verwarf den Gedanken schnell wieder. Nicht nur, weil das Pferd vor allem von hinten unangenehm roch, …

…es würde ja auch jede Menge Arbeit machen. Und davon hatte Frau Weichbrodt schon genug. Sie wollte sich einen solchen pflegebedürftigen Klotz keinesfalls ans Bein binden.
Ein anderer VW Käfer, diesmal ganz in Weiß, aus einem knuffigen Plastik fand kurzfristig Gefallen…
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…doch Joe zeigte ihnen, was er tolles entdeckt hatte. Und das war dann auch das neue Auto von Frau Weichbrodt. Wieder ein VW Kübelwagen, dunkelgrün, eine modernere Version, gut in Schuss, mit heruntergeklapptem Cabrioverdeck und unbeschädigter Windschutzscheibe.

Das war es schließlich. Ihr Herz schlug höher. Damit sollte Fahren wieder richtig Spaß machen. Die Gedanken an ihren Unfall vor 2 Jahren waren verflogen. Ihrem Unternehmungsgeist waren jetzt keine Grenzen durch Fahrpläne o.ä. mehr gesetzt. Sie fühlte sich fast irgendwie “befreit”.
Und sie bedankte sich sehr bei Cable-Joe, ohne den sie auf das Auto nicht aufmerksam geworden wäre.
Jetzt konnten die Ausflüge losgehen. Herr Mindernickel war fast ein bisschen neidisch.