Frau W. und Herr M. / 7
Eines schönen Sonntages - Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel waren gerade unterwegs, um ein schönes neues Parkett für ihre gemeinsame Wohnung auszusuchen, (ja wirklich: dazu hatten sie sich durchgerungen) lag ein riesiges fettes totes Insekt vor ihren Füßen auf dem Weg. So einen Brummer hatten sie noch nie gesehen.

Frau Weichbrodt rief per Handy sofort Cabel-Joe an, damit er zur Unglücksstelle komme und helfe oder zumindest sage, was sie jetzt tun sollten. Weder sie noch Herr Mindernickel (sie nannte ihn übrigens manchmal vertauensselig “Der kleine Nick”) wussten, wie man in so einem Fall vorgehen sollte.
Herr Mindernickel registrierte mit Verwunderung und Erstaunen, dass Frau Weichbrodt die Nummer von Joe auswendig kannte bzw. in ihrem Handy abgespeichert hatte. Und der alte bohrende Verdacht stieg wieder in ihm auf.

Joe kam zu ihnen und brachte auch gleich Mowing Girl, das Mähchen mit (vielleicht war ja auch was zu mähen..), was Herrn Mindernickel besonders freute. Aus mehreren Gründen.

Joe wusste, was zu tun war. Er rief Bruder Lully zu der Stelle, damit er die richtigen Worte fand, um der Fliege das letzte Geleit zu geben. Frau Weichbrodt und Herr Mindernickel hieten sich ehrfürchtig dabei im Hintergrund.

In diesem Falle ging es nicht um Aussegnung, Bestattung usw, sondern um den Abtransport im Unimog. Gottseidank war Circus Krone gerade in der Nähe, die den schwierigen Transport übernehmen konnten.

Gemeinsam nahmen sie Abschied von der Fliege, obwohl sie sie ja nie richtig kennengelernt hatten. (Sie war immer so schnell weg gewesen…) Auch Bruder Lully hatte Probleme gehabt, die passenden Worte zu finden.

Aber noch bevor die Leiche abtransportiert war, merkte Herr Mindernickel dass Frau Weichbrodt nicht ganz bei der Sache war.

Ihre Augen wanderten immer zu Calbe-Joe. Sie hingen an ihm. Und es war ihr offensichtlich nicht einmal peinlich.

Schließlich kamen noch einige Arbeiter aus der nahegelegenen Bandfabrik dazu, die froh waren, dass die Fliege endlich das Zeitlich gesegnet hatte. Sie hätten ganz besonders unter dem Biest zu leiden gehabt. (Das will man sich lieber gar nicht so genau vorstellen.)

Sie bedankten sich bei Mähchen, Joe und allen Beteiligten und wünschten sich ein baldiges Wiedersehen. So etwas musste ja begoseen werden. Und einer der Arbeiter, Hans oder Franz, versprach, bei der Verlegung des Parketts zu helfen. Wenn es dazu jemals kommen würde. Herr Mindernickel war sich da nicht mehr so sicher…
Das war dann doch noch ein schönes Ergebnis für diesen aufregenden Tag.