Heinerblog

1.9.2007

Lullys Einkehr

Abgelegt unter: Pflanzen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:56

Manchmal ging Bruder Lully in die dunkle Einsamkeit, wo keine Menschenseele ihn störte, wenn er seine “innere Stimme” hören wollte.

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Er zog sich zurück an einen Ort im Süden des Landes, der wild und karg war. Aber das war ihm gerade recht: Ablenkung wollte er hier nicht suchen.

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Er konnte sich hier stundenlang damit beschäftigen, feine Strukturen und winzige Ornamente von herangewehten Pflanzenüberresten zu studieren. Er verlor sich geradezu darin. Er bekam ein ganz seeliges Lächeln im Gesicht und hätte Außenstehenden leicht debil erscheinen können. Aber gottseidank, es war niemand da, der ihn beobachten hätte wollen.

Auch andere, wie zufällig hingeworfene, Gegenstände konnten ihn faszinieren: Ein Vogelschiss:

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Oder auch ein ganz einfaches Geranienblütenblatt.

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Darin ging er förmlich auf. Er wurde ein Teil der Landschaft. Bald schon ununterscheidbar. Eins mit dem Humus, der Natur.

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Lully erforschte (besser: durchlebte) tagelang in halbem Dämmerzustand das Gelände, untersuchte jede Beschädigung der Holzplanken und war ganz bei sich selbst angekommen.

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Er genoss es, ungestört, ganz ohne Handyklingeln, ohne von Mähchen zurecht gestutzt zu werden, über sich und seine kleine japanische Freundin nachzudenken. Frau Gehscha. Oder “Undinchen”, wie er sie zärtlich nannte (”Undinsche”, wie der Hesse sacht). Oder eher die Gedanken frei laufen zu lassen (”Flaoting Thoughts”), bis sie selbst ein neues kreatives Ergebnis herstellen würden.

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Doch was ihm seine innere Stimme in diesen Momenten zuflüstererte, das weiß natürlich niemand. Er hat es auch niemandem erzählt. Die Beziehung zu Frau Gehscha war heikel, klar. Aber es wusste ja noch niemand davon. Und so lange hatte er auch nichts von seinem Orden zu befürchten. Außer Cable-Joe. der wusste es. Aber der war doch vertrauenswürdig, oder? (Er dachte nach: War da nicht auch mal irgendwas zwischen ihm und Frau Weichbrodt gewesen…? Er meinte, sich an ein Quasi-Beichtgespräch mit Herrn Mindernickel erinnern zu können, der dabei einen Verdacht in diese Richtung geäußert hatte.). Tja, und er da oben sah natürlich auch immer alles. Aber zu dem hatte er Vertrauen.

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Wiedemauchsei, seine anhaltenden Kontemplationen führten zu einem erfreulichen “Sich Klarwerden” und einer folgenreichen Entscheidung.

Davon demnächst mehr. Hier.
Es bleibt spannend.

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