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Francescos Letzte

Dieser Eintrag stammt von Heiner.Eberle Am 5.9.2007 @ 20:52 In Allgemein | 1 Kommentar

Francesco wollt nie - wie Hans z.B. - am Band arbeiten. Seine Arbeit bestand zu großen Teilen darin, die Befestigung der Bahnbrücken zu prüfen. Zum Beispiel bei dieser hier:

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Er begab sich wie immer an jenem berüchigten und windigen Donnerstag auf die extrem schwierige Mission, hatte alle Werkzeuge und die etwas betäubenden Chemikalien eingepackt, das Vespro und die Bildzeitung natürlich auch, und schwang sich auf das hohe Geländer.

Rost an den Brücken war das übelste und wichtigste, das er zu bekämpfen hatte:

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Für den sofortigen Einsatz hatte er schnell wirksamen Rostumwandler dabei. Der war jedoch außerordentlich umweltschädlich und seine Dämpfe machten einen schon leicht benommen, wenn man nicht aufpasste.

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Für schwerere Fälle musste er immer das Rostumwandlungskommando bestellen. Dann blieb ihm nur eine möglichst genaue Schadensaufnahme und -beschreibung.

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Er liebte seinen Beruf. Er war immer an der frischen Luft, konnte auch einmal ungestört die Aussicht genießen, es war eine verantwortungsvolle Tätigkeit, und sein Chef legte Wert darauf, dass er sorgfältig prüfte und inspizierte. Geschwindigkeit war nicht in erster Linie gefragt. Sondern Genauigkeit. Also kein Stress.

Allerdings gab es auch Gefahren: Steile Schluchten und Spalten, die schlecht einsehbar waren und die im Falle eines Falles immer einen tiefen, tödlichen Sturz bedeuten würden.

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Für ihn war das trotz der Risiken ein cooler Job bei der deutsche Eisenbahnbrücken AG. Er wollte gar nie etwas anderes machen. Schon im Kindergarten hatte er immer “Rostinspizient” gesagt, auf die Frage, was er denn einmal werden wolle.

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Nur einmal ging tatsächlich etwas ganz gravierend daneben.

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Er war in Gedanken, dachte an seine liebe Frau, hatte schon über ein Dutzend Roststellen and diesem Donnerstag inspiziert, teilweise umgewandelt, hatte schon einige Dämpfe eingeatmet und war endlich an der Riesen-Mutter angekommen, als ihn plötzlich ein Windstoß erfasste und von dem Geländer wehte.

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Er spürte es gar nicht mehr richtig. Er landete zwischen den Geleisen auf den aus Sandstein gemauerten Brückenpfeilern. Dorthin war kein Durchkommen für irgendwelche Hilfskräfte. Selbst wenn er den Sturz überlebt haben würde. Zu viele grausame Fressfeinde lauerten dort auf ihn.

Wir müssen uns also leider von Francesco, den Hans immer Franz nannte, hier für immer verabschieden. Ja. Leider. Hans musste ab jetzt immer abends alleine nach Hause gehen.

Traurig, traurig.


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