Spielzeug / 2
Das kleine rosa Nilpferd versteckte sich irgendwo und wartete auf eine günstige Gelegenheit, den anderen einen Streich zu spielen. Mindestens einmal in der Woche war das so. Es war zum Beispiel extrem gut in der Disziplin, alle anderen, egal wie weit entfernt sie waren, mit einem gezielten, scharfen Wasserstrahl voll zu spritzen und nass zu machen. Was keiner der anderen Spielsachen gerne leiden konnte.
Sie hatten das Nilpferd überall gesucht. Es hatte sich nicht im Schlafzimmer versteckt, obwohl es es schon liebte, in den weichen Kissen zu kuscheln.

Auch das Pustefix, das vom Ofen herunter eigentlich einen Eins A Blick über den größten Teil des Zimmers hatte, sah vom Nilpferd keinen Schimmer.

Im Kochgeschirr und auf dem Herd war keine Spur des rosa Nilpferdes, aber dahinter kam endlich der Stapel mit den “Förmchen” zum Vorschein, den man schon so lange gesucht hatte.
Die kleine Milchkanne, die so anlehnungsbedürftig und sensibel war, half eifrig mit bei der Sucherei und brachte auch die anderen “Kännschen” dazu, mitzusuchen.


Da hörte man plötzlich leise ein “Achtung” vom Regal herunter.
Der kleine Plüschhase, der seit etwa einem Jahr den Koriander und den zerbrochenen Krug bewachen musste (warum eigentlich?) hatte offensichtlich etwas gesehen oder gehört.

Noch ein Stück weiter oben kam der Holzhase (der eigentlich auf hoher See Matrose war) aus seinem Vogelhaus (ein ideales Versteck zur Beobachtung) herausgekrochen und bestätigte eifrig winkend, was der Plüschhase gesehen hatte.

Und tatsächlich: Da oben lag er. Den Hasen gegenüber, grinsend, über der Spüle, neben der roten Topfbürste, seiner alten Freundin, und freute sich über alles und vor allem über die Panik, die er wieder einmal bei den anderen Spielsachen ausgelöst hatte.

Es wird noch eine Fortsetzung dazu geben… müssen.