Gehscha 5 / Lavendel
Bruder Lully wusste, dass Undine Gehscha Levendel so gerne mochte. Deshalb hatte er Joe gebeten, einen guten dicken Zweig zu beschaffen. Den wollte er Undinen zum Geschenk geben.

Joe hatte einige Mühe, das Ding zu transportieren und es abzuladen.

Aber schließlich lag es da und Lully betrachtete es sorgenvoll.

Wie sollte er es ihr sagen? Dass so betörend und lieblich der Duft des Lavendels war, er ihr Gemüt und ihren Charakter fand? Dass, so zärtlich die weichen Blättchen des Lavendels, seine Gefühle Undinen gegenüber waren? Konnte er so etwas sagen? Würde ihr das gefallen? Oder würde sie ihn auslachen?
Sie standen neben einander. Reglos. In stiller Bewunderung und sagten kein Wort. Dann kam es aus ihm heraus: „Für Dich!“ sagte er. „Du bist das Schönste…“ sagte er dann.

Und dann sagte er noch viel mehr. Dinge, die er zuvor noch nie gesagt hatte. Die er vielleicht auch nie mehr sagen würde. Sätze, die er sich auch nicht überlegt hatte. Von denen er inständig hoffte, dass sie nicht falsch verstanden werden würden…
Aber das taten sie natürlich nicht. Undine verstand das alles schon sehr richtig. Und war von den Socken.