Gehscha 6 / Verstecken
Gehscha und Lully spielten gerne Verstecken. Ja, so kindlich konnten sie sein.

Dazu hatten sie sich einen alten, ausgedienten Rosenexpress ausgesucht, der aber immer noch ordentlich gepflegt war und noch anständig roch.

Lully war besser im Suchen und Gehscha liebte es, sich zu verstecken. Sie konnte minutenlang in sich hinein kichern, während sie aus dem Augenwinkel, aus dem Versteck heraus beobachtete, wie Lully sie an den falschen Stellen suchte.

Aber sie machte sich dann doch meistens irgendwie bemerkbar, weil die Erfüllung des Spiels für sie natürlich darin lag, gefunden und entdeckt zu werden. Natürlich unter Protest, aber auch mit viel Genuss.

Als sich Lully einmal ganz weit ins Innere des Rosenexpress’ verirrt hatte, entdeckte er die Blütenstände, (den Expressantrieb), die normalerweise streng geheim und für Außenstehende verschlossen waren.

Er rief schnell nach Gehscha – das Versteckspiel war damit beendet – damit sie diese technische Meisterleistung auch einmal bewundern konnte.

In der nächsten Runde war Gehscha dann aber schon so zittrig auf den Beinen und müde, dass sie zwischen den weichen Blättern den Halt verlor und kopfüber in den Blätterspalten stecken blieb.

Sie rief jämmerlich nach Lully (es kam etwas gedämpft, wie man sich vorstellen kann), der ihr natürlich sofort zu Hilfe kam. Aber es sollte dann schon noch eine Zeitlang dauern, bis er sie wieder auf den Beinen und in ihren Holzpantinen stehen hatte.

Schließlich beschlossen sie, diesen ereignisreichen Tag mit einem gemütlichen Tee und etwas „Meditation“ bei ihm in der Zelle ausklingen zu lassen.
Demnächst mehr von den beiden.