Burg Eltz
In einem Reiseführer hatte ich ein Bild der Burg Eltz gesehen und musste dringend hinfahren. Sie sah auf dem Bild so klassisch rittermäßig-romantisch aus, wie man sich eine Burg eben so vorstellt. Wie aus dem Bilderbuch:
Hoch droben auf dem Berg, über dem Tal, mit weitem Blick in die Landschaft, um früh den Feind zu erspähen. Hohe Zinnen, starke Mauern, spitze Dächer auf runden Türmen. Man war geradezu erwartungsfroh gespannt auf das Burgfräulein, das sich aus dem Fenster lehnte, und befahl die Zugbrücke über dem Burggraben herabzulassen, weil ihr allerliebster Retter / Ritter Einzug halten wollte, um seine Minne darzubringen (oder was man mit seiner Minne sonst macht.)
Erstmal gings ins Rheintal runter, vom Rheintal rauf, ins Moseltal runter:

Dann, vom völlig überfüllten Parkplatz der Burg Eltz, den zu finden auch nicht so einfach ist, ging der Fussweg, steil: Abwärts! zur Burg! Die IM TAL! lag! Zwar auf einem Felsen, und darum herum floss auch ein Flüsschen, aber das war nicht Main, Rhein, Mosel, sondern etwas ganz Nichts-Sagendes.


Von unten sah die Burg dann wieder sehr beeindruckend aus, und sehr geschmackvoll: Das rote Fachwerk an den wie “draufgesetzten” Türmchen.
Das übertreiben in die Höhe gebaute Mauerwerk gibt der Burg etwas “Gotisches”, wahrscheinlich kommt da der besondere Reiz des Bauwerkes her. Sie sieht fast verzerrt aus, manieristisch nach oben gezogen, weniger gedrungen wie es sonst Burgen an sich haben.

Und wenn man sich alle Touristen wegdachte, konnte man sich die Geschichten von edlen Rittern, hoher Minne, tapferen Jungfrauen, wilden Kämpfen zu Pferde und ohne, mit Rüstungen, Lanzen und Schwertern (”Böse Wunde, die Sie da haben!” “Ach woher, ist nur ein Kratzer!”) wieder richtig gut vorstellen.

Auf dem steilen Rückweg durch den Wald zum Auto (bergauf!) gab es dann noch 1a Flechten im Wald, ein gefundenes Fressen für das Makro.