Lully im Stecker
Bruder Lully hatte den Stecker als Meditationsraum entdeckt. Dort konnte er sich in der Abendsonne zurückziehen und seinen geheimsten und verwegensten Gedanken nachhängen.

Einmal bekam er Besuch von Hans, der auf dem Heimweg war und sich schnell einen Rat bei Bruder Lully holen wollte. (Er hatte Ärger zuhause.)

Hans und Lully hatten nie ein gutes Verhältnis gehabt. Der Bruder war Hans immer irgendwie wie ein „Faulenzer“ vorgekommen, der nie etwas „Richtiges“ arbeitete. Deshalb fanden sie nie eine gemeinsame Gesprächsebene.

Heute hatten sie aber Spaß. Der Stecker kam mehr und mehr in Schwung und Hans schaukelte fröhlich rauf und runter. Lully schaute interessiert zu.

Hans wurde nach und nach lockerer und vertraute Lully seine ganz persönlichen Probleme an.
Natürlich nicht alle. Was damals zwischen ihm und Mähchen passiert war, davon durfte natürlich niemand etwas wissen. Das hatte er Mähchen versprochen.
So langsam kamen sie sich beim Schaukeln so vor wie die Astronauten im Raumschiff von “2001 – Odyssee im Weltraum”.
Hans wurde es schlecht. Er wollte sich gerade verabschieden (bevor er noch mehr Ärger zuhause bekam), als er den wieder frisch verliebten Herrn Mindernickel kommen sah.

Der stieg in den Schwingstecker sofort ein und war von den Socken.

Er holte umgehend seine geliebte Frau Weichbrodt dazu. In ein ganz besonderes Versteck in einer Ecke des Steckers, das bei ihnen ein ganz besonderes Kribbeln hervorrief.

Und am Ende ging es mit ihnen wirklich durch. Es war ein grenzenloses Vergnügen, das ihnen der Stecker bescherte. Jenseits aller Erdachsen. Lully und Hans hatten sich zwischenzeitlich an einen ruhigeren Ort zurückgezogen.
