Gehscha 10 / Butten 1
Ein Nachtrag noch zu dem Wanderausflug von Gehscha und Lully. Der war ja gar nicht so ohne.
Sie bestiegen die „Papphöhe“, ein wegen der starken Windböen gefürchtetes Gebirge, die einen Mönch zwar seltener, eine leichte kleine Frau aber um so leichter die steilen Hänge wieder hinabwehen konnte.

Sie hatten keine Mühen, den hohen Grat zu erreichen, aber Frau Undine war es dann doch etwas schwindlig, der Wind frischte mehr und mehr auf und sie beschlossen, langsam wieder ins Tal hinunterzuwandern. Er wäre gerne noch länger geblieben. Die Aussicht war atemberaubend von hier oben.

Doch dann hörten sie immer stärker ein grauenerregendes Rumpeln. Es hörte sich an als würden riesige Steinbrocken durch Tunnel gerollt. Und dann sahen sie sie auf sich zukommen: Es waren die hier so selten gesehenen aber darum umso gefährlicheren Mörder-Hagebutten, die es auf die unschuldigen Wanderfreunde abgesehen hatten.

Erst war es nur eine, die sich bedrohlich näherte.
Dann kam eine weitere dazu. Beide versperrten ihnen den Weg ins Tal. Sie hatten den üblichen Schutzinstinkt, betrachteten Lully und Undine Gehscha als Feinde, weil sie gerade kleine Mörder-Hagebuttchen im Nest hatten und alles Fremde als potenziellen Feind ansahen.

Undine zitterte am ganzen Körper und flehte Lully an, doch etwas zu tun, Beten würde jetzt ja wohl nicht so direkt helfen.

Doch Lully tat alles andere als beten. Er redete auf die Hagebutten ein. Er flehte sie an. Er versuchte, in sie zu dringen. Mit Worten. Ihnen zu erklären, dass sie sich völlig friedlich hierher bewegt hatten und nur eines wollten, nämlich schnell zurück ins Tal. Ihre Mörder-Hagebutten-Babies seien ihnen völlig egal. Das Abendessen stünde bereits für sie im Gasthof auf dem Tisch.
Er wurde lauter und lauter, wusste er ja nicht einmal, ob diese verdammten Dinger überhaupt Ohren hatten. Geschweige denn, ob sie die menschliche Sprache verstehen würden.
Aber er bemerkte keine Reaktion. Im Gegenteil. Sie wurden immer aufdringlicher und drängten sie vom Weg ab. Es sah so aus, als wäre das für Gehscha und Lully die letzte Wanderung gewesen.
(Fortsetzung folgt.)