Heinerblog

8.10.2007

Wolkenstein Freitag

Abgelegt unter: Reisen, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:26

Die bisherigen Wolkenstein-Einträge: Montag war am 22.09., Dienstag am 26.09., Mittwoch am 30.09. und Donnerstag am 04.10.07. Für alle Zuspätgekommenen.

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Ich hatte ja schon vorher Panik vor den Minigondeln, die man nehmen muss, um auf den Langkofel hochzukommen. Aber ich konnte mich dann unterhaltungstechnisch mit einer Touristin aus dem Schwäbischen ablenken, die völlig naiv auf den Berg hochfuhr und es ging alles glatt. Keine Panik.

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Oben toller Rundblick. (Ich habe gerade telefonisch vernommen, dass ich da als kleines Kind schon überall gewesen bin und eigentlich alles aus dem Effeff kennen müsste.) (Das war vor ca. 40 Jahren!)

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In Wanderkolonnen, die sich dann allmählich auflösten, ging es zum Sellajoch. Noch besserer Blick, der in die Ferne schweift. Dann spaltet sich der Langkofel auf in seine 3-4 Einzelgipfel (die man von Wolkenstein aus nicht sehen kann), und man erahnt von Ferne die Kabinenbahn, die zur Langkofelscharte hinaufführt. Da wollte ich hinauf. Und hinten durch die Nordwand wieder absteigen, um den Berg herum und zurück zur Bergstation.

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Und das war richtig schwer: Ticket kaufen kostete mich schon die erste Überwindung. Die Vorstellung war sehr beunruhigend. Ich habe mich fast nicht getraut. In großer Höhe über dem Boden schweben, stehend in einer Gondel, die aussieht wie ein senkrecht gestellter Skigepäckträger vom Autodach. Und auch genau so groß ist!

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Die Tür wird von außen verriegelt. Die Gondeln schwingen im Wind. Und das Härteste: Wenn jemand beim Aus- oder Einsteigen hängen bleibt, (was bei älteren Wandersleuten zuweilen vorkommt), wird der Lift einfach angehalten.

Man schwingt dann wegen des Ruckes frei über dem Abgrund stehend und hofft einfach nur, dass es bald weitergeht. Jede Bewegung in der Gondel führt zum leichten Kippen nach vorne oder hinten. Da ist nichts stabil.

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Ich habe es dann doch gewagt. Versucht, nicht nach unten zu sehen. Nicht an Absturz zu denken. Keine Fluchtgedanken aufkommen zu lassen, ich habe anfangs nur Richtung Bergstation geguckt, auch keine schwingend entgegenkommenden Gondeln angeschaut, habe versucht, mich mit dem Fotoapparat abzulenken. Und kam plötzlich und glücklich unversehrt oben auf der Demiezhütte an. 2600 m ü. M.

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0° Grad. Schnee und Eis auf dem Boden und auf dem Weg durch die Langkofelscharte abwärts. Leute, die besser ausgerüstet waren als ich, haben heftig vom Abstieg abgeraten, sie hätten auch kehrtgemacht. Und nach den ersten Metern durch vereistes Felsgeröll habe ich dann auch entschieden, dass das heute nicht unbedingt sein muss.

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Ein zweites halbes Scheitern also diese Woche. Der Weg abwärts auf der Südseite war weniger Spaß als Anstrengung – unter den schwingenden Bergbahngondeln durch die „steinerne Stadt“ – zurück zum Sellajoch.

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Auf dem Weg dahin habe ich noch Bekanntschaft mit einem netten Murmeltier gemacht.

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Dann brach plötzlich Hektik aus. Mir fiel ein, dass die Bergbahn nach Wolkenstein zurück um 17.00 Uhr zum letzten Mal fährt. War mir aber nicht sicher. Und musste (es waren gottseidank noch andere Bergsteiger vor mir) den Aufstieg zurück zur Bergstation hinaufhetzen, das war nicht mehr schön. Und windig und kalt war es auch.

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Eigentlich ist das ein völliger Quatsch, sich in dieser Bergwelt auch noch den Stress mit Abfahrtszeiten und Fahrplänen von Bergbahnen zu machen!

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Egal. Es war dann doch noch ein schöner Tag. Das Gesicht brannte abends leicht. Von der Sonne (und dem Schnee).

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