Wolkenstein Samstag 1
Sagen wir mal so: Heute hat alles so geklappt, wie es sein sollte, wie ich mir das vorgestellt habe. Kommt ja nicht so oft vor. Ich habe mir alle Optionen offen gelassen. Völlig stressfrei. Und siehe da: Der schönste Samstag, den ich seit langem erlebt habe.
Mehrere Wanderungen / Spaziergänge hatte ich schon gestern Abend ausgesucht und entschied mich erstmal für den Ausgangspunkt Kastelruth statt St. Ulrich. (Man kommt von beiden Seiten auf die Seiser Alm hoch.)
Die Kabinenbahn habe ich dann doch relativ schnell gefunden (die geht von Seis ab, nicht von Kastelruth!), den leichten Panikanfall schnell mit zügigem „Nicht-Dran-Denken“ niedergekämpft, rein in die Gondel und hinauf auf die Alm. Eine lange Fahrt. Nicht schwindel erregend hoch, sogar Runtergucken war nach einer Weile überhaupt kein Problem. Selbst die Pfeiler, an denen es immer rumpelt, machten heute keinen Eindruck.

Oben dann: Alm-Markt.

Sehr klasse. Fliegende Händler mit Jeans für € 10,-,
Ledertaschen, Unterwäsche und bunte Landmaschinen, um die sich die Fachbesucher drängten. Sehr engagiert und offensichtlich kenntnisreich ihre Erfahrungen austauschten und Leistungen würdigten.




Der Wanderweg sollte starten auf der Bergstation des Puflatsch-Liftes. Ein Sessellift mit 1er Sitzen! Mit so etwas bin ich seit 30 Jahren nicht mehr gefahren. Aber irgendwie hatte mich der Mut gepackt. Das Wetter und die Stimmung waren gut, ich stellte mir vor, dass das lustig ist und schwang mich mit leichter Hilfe der Liftführerin in den Sessel, klappte den Bügel vor…

…und los ging es.
Natürlich so, dass es am Anfang heftigst vor- und zurückschwang. Aber da war es auch noch nicht sehr hoch.
Später dann hatte ich alle Hände voll zu tun, um mich abzulenken. Pfosten, an denen das Sesselgestänge über die Rollen rumpelte, unter mir 10-20 m Fallhöhe, waren das übelste. Besser wurde es, als ich den Bügel weiter einrastete (der war nur ganz wackelig und notdürftig reingedrückt!) und mich an der Stange festhielt.
Permanent plagte mich die Angst, mein Rucksack oder der Fotoapparat würden runterfallen. Oder ich. Aus dem Sessel rutschen. Oder samt Sessel runterfallen. Völliger Quatsch, aber so war es eben.
Die Sicht in die Ferne war extrem. Nichts über mir, nichts neben mir, nichts unter mir. Man hatte wirklich das Gefühl, völlig losgelöst in der Luft zu hängen oder zu schweben. (Aber ohne Antrieb, also wieder kurz vor dem Absturz!). Es war auch völlig ruhig da oben. Kein Geräusch.

Mir war mulmig. Obwohl ja nichts passieren konnte, wie ich mir immer wieder sagte.
Ich kam oben gesund an, alles war noch an mir dran, ich klappte souverän den Bügel hoch, schwang mich aus dem Sessel und tat so, als ob ich diese Fahrt täglich 20 mal machen würde.

Hier oben: Schönste Aussicht auf den Langkofel, Plattkofel von der anderen Seite als gestern. Und ein Rundum-Panorama, das sehr beeindruckt.


Dann: Überall auf dem Weg zum Puflatsch Gipfel, zu den Hexenbänken, zur Arnika Hütte, zur AVS Hütte „Puflatsch“ und zurück zum Alm-Markt: Traumhafte Landschaft, unglaubliche Panoramen. Jede Ecke bietet hier neue Aussichten auf die Welt von oben wie man sie vorher noch nicht gesehen hat. Kitschig? Schon. Aber halt auch schön. Heimelig.

Den zweiten Teil des Samstags hebe ich mir für in 2 Tagen auf. Sonst werden das noch zu viel Bilder hier.