Bongartz 3 / Salami 2
Hans’ Problem war, dass große Stücke in den groben Salamisorten ihm zwischen den Zähnen stecken blieben. Er rief Undine, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.

„Vom kulinarischen Standpunkt aus betrachtet würde ich ebenfalls die feinere der gröberen vorziehen. Vom ästhetischen Gesichtspunkt her hat die gröbere Wurst natürlich viel mehr Aussagekraft.“
Hans ließ das mal ohne weiteren Kommentar auf sich beruhen und nickte zustimmend.
Professor Bongartz hatte inzwischen noch andere Wurstteile herangerollt, die begutachtet werden sollten.

Neu im Programm dieses Jahr habe er die TexMex Chili Salami vom Zwergesel, für die er hoffe, zum ersten Mal eine der Auszeichnungen zu gewinnen.
Undine hatte dazu keine Meinung (bzw. behielt sie bei sich: “die armen Zwegesel”), war noch etwas konsterniert, drückte aber trotz allem ihre Bewunderung aus und wünschte dem Salamizüchter viel Erfolg mit seinem neuen Gewächs.
Hans grummelte, was denn jetzt mit Essen sei, er habe immer noch Hunger und vom Angucken werde man ja nicht satt. Und dunkel würde es auch langsam.

Da kippte Herr Bongartz die Scheibe vom Zwergesel um, und begann, sie von oben in handliche Stücke zu zerlegen.

Undine musste gehen. Sie wollte das Feld den beiden Herren überlassen, die ohne sie sicherlich prima klar kämen. Das Thema war ihr dann doch irgendwie völlig wurst. Für sie war das gegessen.

Zurück blieben fachsimpelnde, tratschende Wurstfreunde, die sich Happen um Happen besser verstanden. Die nervigen Fragen von Herrn Bongartz nach dem Privatleben von Frau Gehscha beantwortete Hans zurückhaltend. Das ging ihn ja schließlich nichts an, was da laufe zwischen der Dame und dem Bruder Lully…

„Bruder Lully? Ein Mönch?“ Herr Bongartz konnte es nicht fassen. Durfte so etwas denn möglich sein? Musste man da nicht eigentlich einschreiten?
Hans zuckte mit den Schultern und guckte ihn erwartungsvoll an.