Frau W. und Herr M. / Erdbeerdrama 1
Jedes Jahr war es wieder dasselbe: Das Dorf zitterte unter der Bedrohung. Immer im späten Oktober belagerte sie die Erdbeer-Terroristin.
Sie wollte Sahne. Sie wollte gefüttert werden. Sie wollte vor dem Winterschlaf sich ein Fettpolster anfuttern, damit sie gegen die Kälte geschützt wäre.

Jedes Jahr hatten sie der Erdbeerfrau gegeben, was sie konnten und sich dabei immer an den Rand des Ruins gebracht.

Dieses Jahr, beschlossen sie, sollte damit Schuss sein. Sie wollten sich wehren und die Erdebeere für immer loswerden.

Herr Mindernickel, der Geschäftsmann, wurde ausgeguckt, um ernst mit Frau Erdbeere zu verhandeln, besser gesagt, um ihr die Weigerung der Dörfler zu hinterbringen.

Lully und Professor Bongartz standen ihm als Sekundanten und moralische Unterstützung ängstlich zur Seite.

Frau Erdbeer sagte „nein“ und forderte verschärft den gesamten Dorfvorrat an Sahne und Rahm ein.
Hans hatte eine Idee: Man sollte sie so lange unbeachtet in der Herbstsonne liegen lassen, bis sie von alleine verfaulen oder erfrieren würde. Das sei doch ganz einfach…

Und er richtete auch gleich einige böse und aggressive Worte an das Ungeheuer.

Doch das nützte gar nichts. Sie warf ihr Mahlwerk an und ließ schmatzende Geräusche hören. Hans zog sich angewidert zurück. Die Erdbeere an sich war nicht sonderlich mobil, aber ihre Fress- und Kauwerkzeuge konnte sie blitzschnell ausfahren und das hatte schon manchem im Dorf das Leben gekostet.

Die Fortsetzung folgt in ca. 2 Tagen.