Frau W. und Herr M. / Erdbeerdrama 2
Frau Weichbrodt wusste auch nicht weiter. Sie bot ihren gesamten Zuckervorrat an, wenn die Erdbeere ihr bloß ihren letzten Rest Sahne ließ, den sie noch zuhause hatte.
Da hatte Herr Mindernickel genug. „Jetzt ist ein für allemal Schluss mit dieser Unterdrückung“, sagte er. „Wir müssen uns wehren und diesem Früchtchen klar machen, dass man mit uns so nicht umspringen kann. Ich werde das Ding jetzt erledigen.“

Und bevor die anderen ihn irgendwie zurückrufen oder aufhalten konnten, war er bereits auf das Erdbeermonster hinaufgestiegen.

Der Untergrund war weich und schwammig und zitterte merklich. Natürlich: Das Erdbeerungeheuer war zornig und versuchte sich nach Kräften zu wehren. „Pass bloß auf dich auf!“, riefen Hans und Lully von unten.

Aber wie so oft bei ihren Ausflügen: Frau Weichbrodt ließ ihren verehrten Herrn Mindernickel nicht alleine. Sondern folgte ihm in einiger Entfernung nach. Sie ließ ihm gerne den Vortritt.

Er war immer derjenige, der behauptete, genau zu wissen, wo es lang ginge (na ja, manchmal fand er auch tatsächlich alleine sein Ziel, das musste sie schon zugeben), aber sie war meist instinktiv auf dem richtigeren Weg unterwegs. Das hatte bisher für beide immer hervorragend geklappt. Gemeinsam hatten sie immer erreicht, was und wohin sie wollten.

Herr Mindernickel stieß einen Jubelschrei aus. Er hatte das ganz oben liegende Nervenzentrum der Erdbeere erreicht. Der Punkt, an dem es ihr ganz besonders wehtat. Hier war die entscheidende Stelle, um sie zu besiegen.

Frau Weichbrodt hatte Angst. Sie rief ihn zurück. Sie befürchtete das Schlimmste. Sie wusste, dass es dort, wo Herr Mindernickel augenblicklich stand, weiche Stellen gab, die unweigerlich zum Tode führten konnten.

Fortsetzung folgt nochmal in etwa 2 Tagen.