Marquardts 8 / Seagull 3
Herr Marquardt (4) stieg den Dingen ganz tief auf den Grund. Er kam erst nach langer Zeit wieder aus dem Schacht heraus, der ins tiefste Innere der „Seagull“ führte und signalisierte trocken „Alles roger!“

Aber wo war denn jetzt der schwerste Schaden? Warum wollte das Ding keine rechten Bilder mehr machen? Herr Marquardt (5) gab zu Protokoll, dass der Filmtransporthebel sich nicht mehr bewegen ließ. Also lag hier ein ernstzunehmender Defekt.

Herr Marquardt (1) war am Einstell-Leserad der Tiefenschärfe angekommen, hier war aber alles in Ordnung. Es dauerte eine Weile, bis er das abenteuerliche Design des Ziffernblattes richtig deuten konnte und er musste danach leise grinsen.

Letztlich hatte der Mängelsammler, Herr Marquardt (2), einige Fehler notiert, aber eigentlich konnten die nicht ausreichen, eine Kamera völlig außer Gefecht zu setzen. Den Filmtransport müsste man wieder in Gang setzen, und dann mal probieren, ob das Licht, das eindrang, großen Schaden anrichtete…Jeder andere hätte gesagt, „das alte Ding ist unreparierbar kaputt und es gehört auf den Sperrmüll.“
Wie verabredet trafen sie sich hier an der HAIOU Optik alle wieder und nahmen jeder erstmal einen großen Schluck Mirabellen-Schnaps zu sich. Zur Belohnung. Und weil es Abend wurde und schon ein wenig kühl. Einer der Marquardts – es war (1) – hatte in seiner Schaffnertasche immer einen Flachmann dabei. Für besondere Fälle. Und das war ja einer.

Und wahrscheinlich sangen sie auch zum Abschied noch ein Lied, aber wie das ging, weiß ich beim besten Willen nicht mehr.
Sie machten sich an den Abstieg, vorsichtig wegen des Alkohols, dass nicht noch jemand abstürzte! Ihr Auftrag war ausgeführt. Sie hatten ihre Aufgabe erfüllt und jetzt ihren verdienten Feierabend.