Heinerblog

3.12.2007

Goldt - Ä

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:33

Das dritte Türchen vom Adventskalender:

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Infolge meiner Abarbeitung von „früheren Werken“ ist mir noch ein Buch von Max Goldt in die Hände gefallen, das ich ebenfalls empfehlen muss:

Max Goldt „Ä“, Titanic-Kolumnen Teil 3 (nach Teil 1: „Quitten für die Menschen zwischen Emden und Zittau“ und Teil 2: „Die Kugeln in unseren Köpfen“). Zürich (Haffmans) 1997, mit 2 schönen Milchglasbildern von (wem wohl?) Michael Sowa. 201 Seiten, jetzt irgendwo als Taschenbuch erhältlich. Rororo wahrscheinlich.

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Und weil ich über den Autor und seine Texte in der letzten Goldt-Besprechung ( am 21.11.07) schon alles gesagt habe, was ich weiß, schreibe ich einfach ein paar Highlights aus dem Inhaltsverzeichnis ab, die Lust machen sollen:

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Folge 78: Lockende Wucherungen, schäbige Irrtümer
Folge 86: Knallfluchttourismus in Magnifik-Montanös-Privatknallfaule
Folge 91: In der Kindermähne sitzen und breite Bauernschnitten rösten

(Albern, ich weiß.)

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Zitat aus Kolumne Nr. 78, Seite 68: „Ein Besucher erzählte mir, dass er noch nie in einer Wohnung ohne Allibert-Schrank gewohnt hat. Das ist auch ein aufwühlendes Schicksal. Was Ratten für den Keller sind, sind Allibert-Schränke fürs Badezimmer. Entweder die Türen gehen immer von alleine auf, oder sie lassen sich so schwer öffnen, dass man Angst haben muss, das instabile Plastikgetüm aus der Wand zu reißen.

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Oft hängen sie so schief, dass bei jedem Öffnen ein Schwung zehn Jahre alter Parfümproben ins Waschbecken kracht. Die innere Beleuchtung ist auf Wackelkontakt abonniert, weshalb man immerzu am Gegenklopfen ist.“

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Und dann bekommt er sofort Schwung für das nächste Thema:

„A propos Abonnieren: Interessant ist auch das Thema Abo-Prämien. An der Art der Prämien kann man erkennen, wie die Verlage den Lebensstil der Leser einschätzen. Der „Spiegel“ lockte vor kurzem mit einem Tischstaubsauger.“

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Die Kunst Goldts zeigt sich eben auch darin, wie er Beobachtungen miteinander verbindet und aufeinander bezieht. Sie stehen nicht nur neben- oder nacheinander, sondern beziehen sich manchmal wieder auf frühere Stellen, schaffen oft sowas wie eine Einheit der Geschichten. Sodass man sich wieder wie geborgen und zuhause fühlt. Und das Milchglas wieder nachfüllen möchte.

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