Frau W. und Herr B. / Abschied 1
Das achtzehnte Törchen.
Der große Tag war gekommen. Das Schiff sollte in wenigen Stunden auslaufen. Die letzten Vorbereitungen waren getroffen worden. Alle Gläser, Klamotten und Möbel waren verpackt und der Spedition übergeben worden. Frau Weichbrodt hatte noch mal lange über den Orakelspruch nachgedacht und immer noch keinerlei negative Warnzeichen darin entdecken können. Sie war vollkommen entspannt. Eigentlich sehr ungewöhnlich.

Undine Gehscha war die erste, die vorbei kam und tschüss sagte. Sie waren sich durch Lully oft begegnet und Gehscha war eine richtige Freundin von Frau Weichbrodt geworden. Von Herrn Bongartz allerdings gar nicht. Der war ihr einfach Wurst.

Lully und Hans kamen natürlich auch zur Verabschiedung und wünschten alles Gute. Frau Weichbrodt war etwas den Tränen nahe, als Lully und die alten Freunde von früher erzählten „Weißt du noch…?“ und ihr den Abschied schwer machten. Aber sie wollte nach vorne gucken.

Manfred hatte ihr ein texanisch-deutsches Wörterbuch mitgebracht, mit genauen Angaben, wie welche Worte in Texas auszusprechen seien und welche Satzmelodie man dafür einsetzen müsste (damit sie ganz schnell von der einheimischen Bevölkerung akzeptiert werden würde).

Und schließlich fand sich Mähchen ein, die in der Zwischenzeit auf die Universität ging und Ökotrophologie studierte.

Joe war da natürlich nicht weit. Er hatte den Abschiedstag von Prof. Bongartz und Frau Weichbrodt genutzt, um Mähchen einmal wiederzusehen. Sie hatten anschließend noch etwas vor. Aber natürlich galt seine ganze Aufmerksamkeit Frau Weichbrodt und ihrem geliebten Professor Bongartz, der ja jetzt sein Schwager werden sollte.

Es war ihm schon seltsam zumute, vor gar nicht langer Zeit in Sesimi Weichbrodt seine unbekannte, verschollene Schwester gefunden zu haben und sie jetzt auf diese Art an diesen Menschen wieder zu verlieren.
(Der Schluss folgt in 2 Tagen.)