Edith / und Adelheit am Telefon
Sie hatten vereinbart, dass sie Gehscha zum Tee einladen wollten, aber wer das jetzt konkret machen sollte, war nicht ganz klar. Adelheit hatte etwas Angst, so ganz alleine zu telefonieren. Also taten sie es zusammen.

Gottseidank war Manfred, der Arbeitskollege von Adelheits Hans um den Weg, der ihnen helfen konnte, das Telefon zu bedienen. Adelheit hatte ja immer so große Probleme mit den vielen Knöpfen und der ganzen neumodischen Gerätschaft.

Entweder sie verstand nicht recht (akustisch), was auf der anderen Seite der Leitung gesagt wurde oder man verstand sie nicht. Oder sie verwählte sich, weil sie die richtigen Zahlen nicht traf. Irgendwas ging immer schief, weshalb sie das sonst lieber Hans überließ.
Aber heute war ja gottseidank Edith mit dabei, die richtig „technik-affin“ war, wie das neuerdings hieß. Immer auf der Höhe der Zeit. „Edith goes digital“ war ihr Leitspruch seit einigen Monaten.
Sie hörten es bei Undine im Apparat schellen und dann ein zurückhaltendes „Hallo?“
„Ja?“ rief Adelheit aufgeregt in das Gerät. „Hallo? Undine? Frau Gehscha? Hallo? Hier sind Adelheit Tybbke und Edith… Hübsch, wie geht es Ihnen?“
„Haaallooooo!?“ kam es leicht ungeduldig aus der Muschel. „Wer ist denn da? Halloooo!?“
„Frau Gehscha! Wir sind es: Frau Tybbke und Frau Hübsch. Hören Sie uns nicht?“

Manfred bemerkte, dass es hier offensichtlich ein Problem gab und schritt ein. Und brachte die Konfusion in Ordnung. Adelheit übernahm einfach die Sprechmuschel und Edith das Hörteil.

Und dann klappte es.
„Wir möchten Sie bitte zu einer Tasse Tee einladen, Frau Gehscha. Wir denken, es müsste auch in Ihrem Interesse liegen, wenn wir uns mal ganz ausführlich und vertraulich über unsere gemeinsame Bekannte, Frau Schabulsky, unterhalten.“
„Mit der will ich absolut und überhaupt nichts mehr zu tun haben!“ polterte unerwartet schroff Undine aus dem Empfänger und fluchte: „Diese…..Person!“

„Aber genau darum geht es ja. Wir bekommen wir Ruhe vor Ihr? Wir können wir sie aufhalten und ihr mal endlich Manieren beibringen? Seit sie hier aufgetaucht ist, macht sie doch nur jedem Ärger und spielt sich als großer Macker auf. Das kann doch nicht so weitergehen, oder?“
„Da haben Sie völlig recht:“ Undine war vorläufig einverstanden. Ein Termin wurde gefunden. In ein paar Tagen, nachmittags in der orangenen Sitzecke, an einem Ort, and dem man in der Regel ungestört sein konnte.
Allerdings: Was sie nicht wissen konnten: Manfred hatte der Unterhaltung aus einiger Entfernung zugehört und alles mitbekommen. Sollte da eine Verschwörung am Werk sein? Gegen seine alte Freundin Sabse?
Da musste er was unternehmen. Dringend.