Ani - Wer lebt, stirbt
Ein sehr guter Krimi ist das hier: Friedrich Ani (ja, der von dem Luftgitarrenspieler, hier allerdings ohne Kommissar Süden) “Wer lebt, stirbt”, dtv 2007, 221 S., € 7,95.
Was alles in einem 200 Seiten-Krimi stecken kann…

Am Anfang denkt man jaja, so ein typischer Fall von Leiche und Auftragsmörder und Verwicklung von Lokalpolitikern und Korruption und Karrieren, die einem ermöglicht werden, wenn man die richtigen Fragen nicht stellt usw…
Das wäre schon ein guter Plot, für einen mittelmäßigen Tatort.

Aber dann passieren ganz ungewöhnliche Dinge:
Ein Unfall des Hauptkommissars, eine heftige Familientragödie (übrigens nur dort sentimental, wo der Hund ins Spiel kommt, der Bobtail), eine Tragödie, die den Fall zeitweise völlig in den Hintergrund drängt. Was aber eigentlich auch egal ist, weil sie einen genau so fesselt wie die Aufklärung des Mordes und der Entführung der Sekretärin und Geliebten des Herrn Opitz.

Am Ende, nach einigen Monaten, die hier übersprungen werden, weil nichts wesentliches passiert, findet der Hauptkommissar, den sie alle “Seher” nennen, obwohl er lieber “Lauscher” wäre, dann doch noch die Lösung, da sollte man unbesorgt sein.
Ein sehr guter Krimi. Habe ich schon gesagt.

Was Ani vor allem ganz hervorragend kann, sind Dialoge. Teilweise über Seiten hinweg. So lebendig und echt, es wird schon deutlich, warum er ein guter Drehbuchautor ist.
Und er kann unsentimental schreiben. Die Verzweiflungen von Frau Jonas über ihren Mann sind schon ganz hervorragend beschrieben und erzählt. Da will man mehr davon lesen.










































































