Engelhart und die Aussichtskugeln 1

Engelhart musste sich eine neue Aussichtskugel beschaffen. Seine alte war einerseits schon ganz verrostet (die erste noch, aus Eisen!), uralt schon, und andererseits rollte sie nicht mehr anständig. Und sehen konnte man auch fast nichts mehr mit ihr.

Er hatte sich schon in eine klare, wässrige Kugel verguckt, als er ein anderes, bernsteinfarbenes Modell entdeckte, eine Farbe, die gerade sehr in Mode war.
Diese Kugeln, das hatte er schon von Bekannten gehört, gehörten zu den Spitzenprodukten im Aussichts- und Vorherschau-Markt.

Nicht nur, dass sie eine hervorragende Bequemlichkeit besaßen. Sie vermittelten auch Eleganz und Stilbewusstsein des Benutzers, gekoppelt mit dem Luxus und der Exklusivität ganz seltener Stoffe und Materialien.

„Kann ich mir wahrscheinlich sowieso nicht leisten“, dachte Engelhardt, „aber ausprobieren kann ja nicht schaden.“

Und er sprang hinauf und war sofort begeistert. Die Sicht war gewaltig. Klarheit und Weite wie nie zuvor gesehen.
Aber er sah leider auch noch andere Modelle, die ihn interessierten.

Zum Beispiel die Aussichtskugel aus Salz, die im österreichischen Ausseerland hergestellt wurde. Der Name sagte es ja schon.

Man sah damit nicht nur gut aus - obwohl das Design sehr reduziert war - die Aussicht war einfach grandios. Wochenlang war das „Vorausschaun“ möglich, das würde ihm in seinem Job als Verkündigungsengel natürlich besonders helfen. Je weiter, desto besser würden seine Auskünfte sein.
Doch daneben lag ein Riesenteil, das sehr „klassisch“ aussah.

(Fortsetzung folgt demnächst.)