Manfreds Sturz 2
„Lully mit seinen Gemälden erpressen? Nein. Aber sind die Bilder nicht ziemlich wertvoll? Für Spezialsammler meine ich. Akte, Erotika, Liebeskunst und so weiter. Dafür gibt es doch Liebhaber, Sammler und Auktionen! Und dann noch gemalt von einem katholischen Geistlichen. Das müsste doch auch den Vatikan interessieren… Das ist doch….“

„AAAaaaaaahhhhh Hiiilifeeeee!“
Manfred war auf der glatten Zwiebelschale ausgerutscht und hingefallen. Sabse wusste nicht, was sie tun sollte und war völlig ratlos.

„Sabse! Halt mich fest! Ich stürze ab! Gib mir Deine Hand!“
Aber Sabse tat nichts. Sie war wie eingefroren und erstarrt. Sie sagte nicht einmal etwas. Manfred rutschte in die Tiefe.

Sie starrte in den Abgrund und sah Manfred unten liegen. Jetzt öffnete sie langsam den Mund „Manfred?!“ rief sie leise.

Und so schnell sie konnte, rannte sie hinunter zu ihm.

„Ogott! Hoffentlich ist er nicht tot,“ dachte sie und rief „Manfred! Manfred! Was ist mit Dir!? Lebst Du?“

Sie sah wie er langsam eine Hand bewegte, also lebte er – gottseidank – noch.
Sie nahm all ihre Kraft zusammen und drehte ihn auf den Rücken. Er war ganz steif. Leise hörte sie ihn stöhnen.

„Manfred, halt durch, ich hole Hilfe!“ Manfred konnte nicht sprechen. Er atmete nur flach.
“Ich hole Hilfe, Manfred. Halt durch, bitte! Bin gleich wieder da. Hole einen Arzt. Ogott! Wo gibt es denn hier einen Arzt? Wo ist denn hier ein Telefon in dieser Gegend?“
Und sie hastete in die Richtung, aus der sie gekommen war. Da gab es eine Bushaltestelle am Waldrand, da war sie ausgestiegen, also musste es dort auch Menschen und Telefone geben.
Manfred, der einzige, der immer noch zu ihr gehalten hatte, den durfte sie jetzt auf keinen Fall verlieren. Er war der letzt auf der Welt, dem sie noch vertrauen konnte…
Sabse Schabulsky hatte etws Angst.