Vallgren - “ungeheuerliche Liebe”
Ich habe mir manchmal Bücher gekauft, weil sie spannend aussahen und womöglich noch Preisschnäppchen waren. Und als sie dann im Regal standen, wurden sie plötzlich uninteressant.

Mit diesem Buch hier ging es genauso. Doch beim “Aufräumen” habe ich mir es dann mal vorgenommen und es hat mich dann doch ziemlich gefesselt:

Carl-Johan Vallgren “Geschichte einer ungeheuerlichen Liebe” Frankfurt (Insel) 2004, aus dem Schwedischen von Angelika Gundlach. 378 Seiten, zur Zeit als Sonderausgabe (sieht völlig anders aus!) bei Suhrkamp als Taschenbuch, € 8,90.

Es ist schon in der Art von “Die Schöne und das Biest”. Ein völlig missgestaltetes Kind, bei der Geburt kaum überlebensfähig, “verwachsen”, genannt Hercule Barfuss, und seine Geliebte, Henriette Vogel, die sich trennen müssen, nachdem das Bordell, in dem sie gemeinsam aufgewachsen waren, geschlossen wird. Von einem “Bösen”, der ihnen durch die Geschichte immer wieder begegnen wird. Der ständige Feind.

Der “taubstumme Zwerg” Hercule hat telepathische Fähigkeiten, kann mit anderen Menschen durch ihre Gedanken Kontakt aufnehmen, was ihn aus dem einen oder anderen Schlamassel heraushilft.
Aber letztlich ist das Buch auch eine farbenprächtige und blutige Ansammlung von spannenden Szenen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Da geht es um Folter, die neue katholische Inquisition, Erlebnisse im Wanderzirkus, in Klöstern und Irrenanstalten, bis auf dem absoluten Tiefpunkt,… ja bis seine immer noch geliebte Henriette…

Also bitte, ich verrate doch nicht alles: Ein Schmöker und ein guter Zeitvertreib. Kann man lesen.