Manfred 4 / mit Kurven
Manfred war ganz schwindelig.

“Was ist denn mit Dir los?” fragte Adelheit Tybbke.
“Ach lass mich!” stöhnte Manfred. “Mir ist ganz übel.”

“Die ganze Welt ist mir derzeit ein Rätsel.”

Alles ist irgendwie krumm, schräg, verzogen, nirgends gibt es Halt.

Die Maßstäbe haben sich alle verschoben, den Boden, scheint mir, verliere ich unter den Füßen.”

“Ach komm, Manfred. Du hast wohl ein paar Biere zuviel getrunken gestern, oder?” Adelheit war einfach praktisch veranlagt. Weniger philosophisch-therapeutisch.

“Schau mal da auf den Horizont und denk Dir ein schönes Weizenfeld. Siehst Du? Schon wird alles wieder gerade und eben.”
Und tatsächlich. Der Boden bekam wieder einen Halt, eine Struktur und eine feste Zuverlässigkeit.

Manfred konnte wieder das Oben vom Unten unterscheiden. “Danke!” rief er Adelheit zu, doch sie war schon wieder weitergegangen.

“Manchmal sind Männer einfach wie kleine, verlorene Kinder”, dachte sie.