Winkler - Friedhof der bitteren Orangen
Was ein Buch: Josef Winkler “Friedhof der bitteren Orangen”. Roman. 424 Seiten, Frankfurt (suhrkamp taschenbuch) € 13.00.

Wer nochmal ein paar Belege für die Verbrechen der katholischen Kirche an Kindern und anderen Menschen braucht, der findet sie hier zuhauf. Der ganze “Blut- und Boden” Wahn um Reliquien und Schmerzverehrung und Leiden, das in den Himmel führt, wird hier noch einmal bis ins Detail aufgezeigt.
Das in Verbindung mit den blutigen und ekligen und stinkenden Fleisch- und Fischmarktszenen in Italien, das hat schon was ganz besonders abstoßend-anziehendes.
Und dann kommen die Geschichten um “Liebe” und Transvestiten und Stricherjungs in Rom dazu, die die Geschichten von Quälerei und Blut und Dreck noch ein Stück weiterführen.

Verlinkt sind diese Erzählfäden mit Erinnerungen an seine Jugend im Kärntner Dorf, den Texten aus dem Gebetbüchern seiner Großmutter und den Selbstmorden von 2 Jungen, die wegen ihrere Homosexualität dort nicht existieren konnten.
Alles sehr intensiv und teilweise unerträglich. Ehrlich und schonungslos. Hab sowas schon lange nicht mehr gelesen.