Heinerblog

21.12.2008

Bolz - Das Wissen der Religion

Abgelegt unter: Bücher — Heiner.Eberle @ 20:24

Norbert Bolz “Das Wissen der Religion”, Beitrage eines religiös unmusikalischen, München (Wilhelm Fink Verlag) 2008. 162 Seiten, € 12,90.

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Der Klappentext:

Religion hat Konjunktur. Doch zumeist handelt es sich dabei um einen neuheidnischen Religionsersatz wie den Götzendienst des Ich oder der Natur, die Sozialoffenbarung der Linken oder den Konsumismus der Angepaßten. Räumt man diesen Unsinn beiseite, so wird ein Wissen der Religion erkennbar, das allein uns helfen kann, jene großen Fragen zu beantworten, vor denen die Wissenschaften verstummen müssen - die Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Umgang mit der eigenen Endlichkeit. 2000 Jahre Christentum haben sich in unseren Traditionen und Institutionen abgelagert. Und es ist die Aufgabe jedes guten Europäers, sich an dieser objektiven Religion abzuarbeiten. Das gilt gerade auch für diejenigen, die nicht an Gott glauben.

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Ich frage mich, warum es schick ist, sich über all diejenigen Menschen lustig zu machen, die sich noch um etwas “kümmern”, wie zum Beispiel die ökologisch denkenden Bevölkerungsschichten. (S. 43 ff: Das wäre nicht nötig, hier zynisch zu werden.)

Auf Seite 62 scheint es, als ob Herr Bolz ganz arg Herrn Ratzinger verfallen ist, vor allem, wenn es um den “Teufel” geht, von dem ich immer noch nicht weiß, was das sein soll.

Auf Seite 66 und noch sehr häufig zitiert Herr Bolz Carl Schmitt und Herrn Davila aus Kolumbien, alles erzkonservative Reaktionäre, und man fragt sich, ob er es schick findet, zu zeigen, wie nah er sich an diese gefährlichen Denker herantrauen kann, ohne radikal zu werden oder ihrem Gedankengut ganz zu erliegen. Seltsam.

Manchmal fragt man sich, wie frustriert, enttäuscht, er ist, um so zynisch zu sein. Jedenfalls postuliert er dann auf Seite 125 nochmal die seiner Meinung nach hohe “Sehnsucht nach Autoritäten”, die mir immer schleierhaft bleibt.

Ich denke, ich habe ihn nicht verstanden. Es war mir einfach zu groß. Die letzten Dinge. Und viel zu ernst.

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