Heinerblog

2.1.2009

Otto Kallscheurer - Die Wissenschaft vom lieben Gott

Abgelegt unter: Bücher — Heiner.Eberle @ 20:01

Ein schwieriges Buch: Otto Kallscheurer “Die Wissenschaft vom lieben Gott”. Eine Theologie für Recht- und Andersgläubige, Agnostiker und Atheisten. Frankfurt (Eichborn) 2006 (Die Andere Bibliothek Band 249). 480 Seiten, gebunden € 26,90 oder jetzt als TB bei Pieper € 9,95.

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Warum?

Kallscheurer versucht, alles in dem Buch unterzubringen. 2000 Jahre Christentum und noch mehr an Religion überhaupt. Und manchmal hat man das Gefühl, er würde an der Masse von Material und Informationen scheitern.

Aber es ist eine interessante Herangehensweise, die er wählt: Über unterschiedliche Themen. Nicht nach Denkrichtungen oder Zeitalter, sondern über konkrete Fragestellungen die ganze Geschichte anzugehen. Das führt teilweise zu Überschneidungen, aber die haben dann ja auch einen willkommenen Lerneffekt.

Heftig attackiert Kallscheurer schwärmerischen Religionsersatz, pantheistische Denkrichtungen oder andere mystische Kosmologien. Da erkennt man schon den scharfen Denker, der sich gegen den Blödsinn in der Welt zu wehren versucht.

Wie beruhigend erscheinen dagegen dann die auf dem Boden der “Vernunft”, soweit die hier eine Rolle spielt, statthabenden Diskussionen zu Anselm von Canterbury, Paulus und Karl Barth.

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Hier ein paar der bei Erschienen des Bandes begeisterten Presseestimmen:

»Ein ebenso scharfsinniges wie amüsantes Buch. Wenn die himmlische Behörde, deren Sein oder Nichtsein es verhandelt, ernsthaft Einfluß nimmt, dann müßten alle zur Lektüre verpflichtet werden, die sich in den laufenden Debatten über Religion und Politik, Religion und Gewalt, Religion und Aufklärung öffentlich Gedanken machen.« Die Zeit
»Allen ist die Lektüre anzuraten in der Hoffung auf ein Mehr an gegenseitigem Verständnis und Toleranz.« … »Die Stärke des Buchs ist die Spannbreite, die Vielfalt der Fragen, mit denen der Autor Gott die Phänomene und Fakten, die berechtigten Zweifel und die unterschiedlichen Formen der Offenbarung bedenkt.« … »Fürwahr: Dieses Buch lädt ein, mitzufragen, mitzudenken und zu widersprechen.  Deutschlandradio Kultur
»In der Gebrochenheit intellektuellentypischer Skepsis hat er ein gut katholisches, Vernunft und Glaube synthetisierendes Buch geschrieben.« Neue Zürcher Zeitung
»Otto Kallscheuer ist nicht nur ein gelehrtes, sondern ein kluges, weltkluges Buch gelungen.« Berliner Zeitung
»Hochinteressant und ziemlich spannend.« Dresdner Morgenpost

»Auf Kallscheuers intellektuellem Niveau wirft die Auseinandersetzung mit der Theologie einen satten Mehrwert ab.« Deutschlandfunk.

Nervtötend sind leider die Argumentationen, die er aufwendet, um ein “naives” anthropozentrisches Gottesbild wegzudiskutieren. Wer diesen Schritt noch vor sich hat, der muss diese Kapitel lesen. Wer nicht, der nicht.

Ich zitiere mal Seite 312: “Der christliche Gott ist ja selber kein Bestandteil der Weltordnung, sondern ihr sie erst ermöglichender Urheber. All unsere intellektuellen Kategorien und Vernunftregeln sind aber immer schon und unweigerlich mitkonstruiert durch unseren Realitätshorizont endlicher Existenz. Ergo: Jede Rede von Gottes Eigenschaften ewiger Vollkommenheit und unendlicher Güte muss zwangsläufig scheitern.”

Also bitte: Wer an sowas Interesse hat: Lesen.Es lohnt sich wirklich.

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