Thomas Hettche - Der Fall Arbogast
Das habe ihc gelesen: Thomas Hettche “Der Fall Arbogast” Kriminalroman München (List Taschenbuch) 2003. 350 Seiten, € 8,95.

Seltsam, dass das erst 2003 geschrieben wurde. Es hat einen vergleichsweise ruhigen, verstaubten Erzählstil. Wie aus den 50er Jahren, in denen das Buch spielt.
Es geht um einen unschuldig in Bruchsal einsitzenden “Mörder”, der in Südbaden eine Frau umgebracht haben soll. Und um den wiederaufgerollten Prozess, die Journalisten, die Öffentlichkeit, die Verwandtschaft usw. Nicht wirklich spannend, weil man ja vermutete, wie es endet, aber ganz ok zu lesen.

Hier was positives aus der Rezensentenecke:
Hettche gestattet sich keine Verurteilung oder Heroisierung seiner Protagonisten, sondern zeigt den Fall in bedrohlich gleichförmigem und zurückgenommenem sprachlichen Duktus aus unterschiedlichen Perspektiven. Hier liegt der Kern der atemlosen Spannung, die sich für den Leser bis zum Finale stetig steigert. Beeindruckend ist vor allem die Schilderung der psychischen Veränderungen Hans Arbogasts durch jahrelange Haft. Nichts wird am Ende aufgelöst, einzig die Grenzen der Justiz und deren gefährliche Macht führt Thomas Hettche in seinem großartigen Roman eindeutig vor Augen. –Ulrich Deurer –