Goldschmidt - Über die Flüsse
Georges-Arthur Goldschmidt “Über die Flüsse” Zürich (Ammann) 2001, aus dem Französischen von ihm selbst übersetzt. Jetzt als TB bei Fischer, 405 Seiten € 11,90.

Kindheit in Reinbek bei Hamburg, der beginnende Naziterror im großbürgerlichen Deutschland. Flucht über Florenz in ein trostloses Internat in Savoyen.

Körperliche Bestrafung, demütigende psychische und physische Belastungen, Versteck bei den Bauern, weil die Nazis Frankreich besetzt hatten, Flucht nach Paris nach dem Krieg, Goldschmidt wird Lehrer, Ehegatte, gesetzt.

Schon ein wichtiges Buch, wenn man die Situation in den 20er und 30er Jahren in Hamburg und die Begegnung mit dem Nachkriegsdeutschland sieht. Wer noch nichts von Goldschmidt gelesen hat, kommt sicherlich auf seine Kosten, das ist eine zusammenhängenden Autobiografie.

Wer schon anderes von ihm im Regal hat, der liest hier manches noch einmal, nur anders geschrieben. Und Goldschmidt sagt es auch, z.B. auf S. 140: “Mehrmals habe ich schon, in “Ein Garten in Deutschland” wie in “Der unterbrochene Wald”, den Abschied erzählt.”
Oder auf S. 205: “Das habe ich schon alles in früheren Büchern erzählt”.

Also: Für mich ein zwiespältiges Erlebnis. Aber ein wichtiges Buch. Trotz allem.