Shaw - Wagner
Das ist ein tolles Buch: George Bernhard Shaw “Wagner Brevier”. Kommentar zum Ring der Nibelungen. Aus dem Englischen von Bruno Vondenhoff. Mit einem Vorwort von Joachim Kaiser (wie es sich gehört). Frankfurt (Bibliothek Suhrkamp) 1973 / 1993 197 Seiten, immer noch erhältlich! € 13,80.

“Man kann es als geistesgeschichtliches Unglück bezeichnen, daß Shaws Interpretation der Nibelungen-Tetralogie bisher weder von Wagnerianern noch von Wagner-Gegnern zur Kenntnis genommen wurde. Vermutlich wäre die mehr verdunkelnde als erhellende Wagner-Diskussion vermeidbar gewesen, wenn diese Analysen Shaws das deutsche Bewußtsein rechtzeitig erreicht hätten.” Joachim Kaiser

Das ist nicht nur gut nacherzählt, sondern gibt der ganzen komplizierten Geschichte eine gesellschaftspolitische Interpretation.

Shaw nimmt den ganzen Schwulst mal weg und versucht zu deuten, wie Wagner dachte und wie er seine revolutionären (sozialistischen) Ansichten in Opern umformte.

Ich empfehle das allen, die langsam Zugang zu Wagners Ring suchen. (Und ich muss das nochmal sagen: Ich verstehe nicht, wie Hinz und Kunz, nur weil sie prominent sind, in die Opern in Bayreuth pilgern und das 6-9 Stunden ertragen. Diese Menschen können doch gar keinen Zugang dazu haben. Die lesen doch auch e-Mail während auf der Bühne Mord und Totschlag herrschen…)
Egal, ein tolles Buch.