Heinerblog

4.9.2009

Koeppen - Das Treibhaus

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:31

Soll ja auch wichtig sein: Wolfgang Koeppen “Das Treibhaus”. Frankfurt (suhrkamp, Original bei Scherz 1953). Als TB € 7,–.

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Aber eigentlich fand ich das sehr langweilig. Man hat ja alles irgendwie geahnt, das ist ja alles sicherlich ganz richtig.

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Die dumpfe Nachkriegszeit in Bonn und wer da mit wem Geschäfte und Posten schacherte. Man will das alles so genau gar nicht wissen.

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Das Treibhaus ist nach Tauben im Gras (1951) und vor Der Tod in Rom (1954) der zweite von insgesamt drei Romanen, die Wolfgang Koeppen zwischen 1951 und 1954 veröffentlichte und als »Trilogie des Scheiterns« zusammenfasste. Koeppen setzt sich in diesem zeitgeschichtlichen Werk mit der politischen und kulturellen Restauration Nachkriegsdeutschlands auseinander, das zwischen Trümmern, übrig gebliebenen Nazis, Wiederbewaffnung und Wirtschaftsboom steht.

Inhalt: Keetenheuve, Pazifist, Schriftsteller und Übersetzer, war zur Zeit der nationalsozialistischen Diktatur elf Jahre lang im englischen Exil. Nach seiner Rückkehr wird er (sozialdemokratischer) Abgeordneter des Bundestags der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland und lässt sich in das politische und klimatische Treibhaus Bonn einspannen. Keetenheuves Versuche, der jungen Republik eine politische Kultur zu geben, sind von vornherein zum Scheitern verurteilt; längst schon wird in geheimen Allianzen von Politikern, Geheimdiensten, Wirtschaftsbossen und Lobbyisten der Wiederaufstieg alter Mächte unaufhaltsam vorangetrieben.

Keetenheuves junge Frau Elke bleibt bei dessen aussichtslosen Kampf auf der Strecke. Sie fühlt sich von Keetenheuve vernachlässigt und trinkt sich zu Tode. Als schließlich Keetenheuves zunächst scheinbar aussichtsreiche politische Aktion, die Wiederbewaffnung zu verhindern, vom Geheimdienstchef vereitelt wird, nimmt sich der erfolglose und vereinsamte Abgeordnete das Leben.
Wirkung: Während dem Roman Tauben im Gras noch ein gewisser Erfolg beschieden war, stieß Das Treibhaus auf wenig Beachtung. In der Kritik wurde es vorwiegend kühl oder sogar feindlich aufgenommen. Die moderne Form des Erzählens, aber vor allem die radikale kritische Analyse des politischen Geschehens in der Hauptstadt der aus den Trümmern des Nationalsozialismus entstandenen Republik stießen auf eine breite Ablehnung. Erst in den 1960er Jahren wuchs allmählich das Interesse an der »Trilogie des Scheiterns«, nachdem sich vor allem Marcel Reich-Ranicki immer wieder für den Autor und sein Werk stark gemacht hatte. Zahlreiche Kritiken befassten sich mit dem Werk und in den 1980er Jahren erschien eine Ausgabe der gesammelten Werke.

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