Heinerblog

11.3.2010

Sloterdijk - Gottes Eifer

Abgelegt unter: Bücher, Allgemein — Heiner.Eberle @ 20:45

Peter Sloterdijk “Gottes Eifer. Vom Kampf der drei Monotheismen”. Frankfurt, Verlag der Weltreligionen 2007. 218 Seiten, € 17,80.

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Die Quellen (Assmann, etc.) sind lang und breit diskutiert, obwohl Bischoff Huber in dem anderen Band von Lehmann (”Weltreligionen”) immer noch das “Versöhnende” zwischen den Religionen hervorheben möchte.

Sloterdijk macht klar, dass es einen Konflikt gibt und das ist gut so. Jede Religion will einen Anspruch auf die ganze Welt haben. Kein Gott kann sich auf eine halbe Universalität zurückziehen, sonst wäre er nicht der, für den ihn alle halten. Die Herrschaft über alle und alles liegt in seinem Wesen. Daher kommen die Konflikte. Logisch.

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Was wieder ärgerlich ist, ist, dass S. wegen 1 Wort (”Weltnahme”) Carl Schmitt “bemühen” muss, (S. 77) auch noch, wie S. zugibt, aus dem Zusammenhang gerissen… Ja warum macht er es dann? Um mal wieder zu zeigen, dass er sich an was sehr Riskantes traut?

Und dann auch nochmal schnell den “subtilen Reaktionär” Davila (den ich an anderer Stelle hier schon mal weggeschoben habe), dessen kurzes Zitat aber auch nichts weiter dazu beiträgt, weil S. ihn gleich selbst korrigiern muss.

Fehlt nur noch Norbert Bolz…

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Genug des Ärgers. Es ist ja schon lesenswert.

Die Presse meint:

»Der zivilisatorische Weg läutet die Zeit des Nach-Eifers ein. Dazu müssten aber die Eiferer die apokalyptischen und weltmörderischen ebenso wie die persönlichen Selbstmord-Fantasien aufgeben und an einer gestaltbaren Welt teilhaben wollen. … In vielerlei Hinsicht bilden die drei letzten Studien Derrida ein Ägypter, Zorn und Zeit, und Gottes Eifer eine Trilogie. Sie führen psychologische, gesellschaftstheoretische und kulturwissenschaftliche Perspektiven, angesichts der im Eifern verzerrten Religionen, zusammen. Ferner rufen sie dazu auf, den zivilisatorischen Weg als letzte Option zu erkennen und umzusetzen.« Hans-Jürgen Heinrichs, Die Welt

»Peter Sloterdijks Buch markiert genau jenen Punkt, an dem der neu gegründete Verlag der Weltreligionen mit seinem allerersten Programm ansetzt: die Frontverläufe zwischen den abrahamitischen Religionen zu kennzeichnen, um anstelle von Kampf und Konflikt die friedliche Koexistenz der großen drei zu setzen.« Thomas Brose, Christ in der Gegenwart

»Sloterdijk liefert wieder einmal ein luzides Opus ab, gelehrt und geistreich, auf einem literarischen Niveau, das heute nur wenige Philosophen zu erreichen vermögen. … Sloterdijk fragt, ob es nicht in den großen monotheistischenReligionen ein Aggressionspotetial gibt, ein inhärentes Eiferertum, eine Unterwerfungslust und ob ihr ewiges Südengerede wirklich moralische Menschen produziert - oder nicht doch eher Neurotiker. Hier denkt Sloterdijk fort, was Jan Assmann provokant proklamiert hat, nämlich dass erst der Monotheismus das Kriterium wahr oder falsch in die Religionsgeschichte eingeführt hat.« Robert Misik, taz

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Also lesen.

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